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Persönliches VI Entwicklungstrauma. In der eigenen Realität ankommen…

Alexandra Brand • 4. September 2023

Gabor Maté „...Wenn Trauma ein Verlust der Verbindung zu sich selbst ist, dann ist Heilung die Wiederherstellung der Verbindung zu sich selbst. ... wenn die Vergangenheit beginnt, ihren Griff über deine Gegenwart zu lockern!“

In der eigenen Realität ankommen…

… kann ein brutal schmerzhafter Prozess sein, wenn Du den Anteil zu dir nimmst der bisher gewisse Erlebnisse, Verhaltensweisen, Gefühle toxisch relativiert hat/gekapselt hat, auf bewusster oder unbewusster Ebene.


„ eigene Realität zu teilen“ ist ein Grundbedürfnis, ein ganz wichtiges Bedürfnis, das in uns Menschen befriedigt, erfüllt und genährt werden möchte.


Mir ist zum aller ersten Mal in aller Tiefe meines Seins als gerade 52jährige Ende März während des Anschluss-GFK-Trainings in Bonn klar geworden, dass dies ein wichtiges Bedürfnis ist, die eigene Realität zu teilen. Ich wurde wie in einer Familienaufstellung wirklich von diesem kleinen, laminierten Zettel auf dem Bedürfnisbad-Boden angezogen und es hat mich im Grunde wie ein Blitz getroffen.

Es ist schon öfters bei mir geschehen, dass ich nach so einer Anschlussnahme an ein Feld wie ein Film vor die Augen abgespielt bekomme. Dieses Mal blieb ich mit einem fahlen, schmerzhaften Gefühl zurück und ich fand mich dann weinend, nicht in der Lage zu sprechen im Kreis wieder, ich konnte nicht teilen, was mit mir los war, so geschüttelt hatte es mich. In diesem Moment konnte ich es noch nicht einordnen und fühlte mich komplett ausgeliefert. Wenn wir unser Trauma eingeordnet/sortiert bekommen und den sicheren Platz in uns wieder finden, fühlen wir uns weniger ausgeliefert!


Die eigene Realität zu teilen, setzt voraus, dass Du überhaupt DEINE Realität fühlst bzw. Dir erlaubst diese zu fühlen – ohne zu relativieren, ohne zu beschönigen, ohne zu verdrängen, ohne Dich abzulenken – es war wohl für mich an der Zeit meine nächste Heilungsreise zu beginnen. Mir wurde in diesem Moment wirklich auf Zellstrukturebene klar – was ich natürlich auch schon kognitiv wusste – dass ich den größten Teil meiner Kindheit meine Realität nicht teilen konnte, vor allen in den Momenten und Situationen, in denen ich Hilfe und Sicherheit benötigt hätte.

Im Hier und Jetzt war ganz klar: ich brauche jetzt Hilfe, wer kann für mich den Raum halten und was ist was mein Körper/Geist gerade braucht, um durch dieses Geschütteltsein durchzukommen. Ich fragte unseren fast 2m großen Lehrer, ob er mit mir eine Grenzen-fühlen / Wut – Trauma-Körperarbeit, welche ich in meiner Trauma-Ausbildung kennenlernte, mit mir machen könnte im geschützten Nebenraum in der Pause, weil ich wirklich in einem ausgelieferten Zustand mich befand und da nicht rauskam. Es endete so, dass ich diesen großen Mann an die Wand schob während dieser Übung, weil in mir so viel Kraft und Wut und der Wunsch nach Abgrenzung bzw. die Kraft in mir, mich abgrenzen und schützen zu können hochkam! Ich musste in diesem Moment meine Kraft spüren. Die erwachsene Alexandra, die in der Lage ist für sich einzustehen, sich zu schützen war für mich wieder fühlbar und präsent.


Am Ende lag ich schluchzend und lachend, in seinen Armen und erlaubte mir die starken Arme und zeitgleich unseren festen Stand mit den Füßen im Boden zu spüren. Danach konnte ich ruhig im Kreis sitzen und zumindest mit einbringen, indem ich sagte: „manchmal ist es so fassungslos und so brutal schmerzhaft sich zu erlauben wirklich GANZ in der eigenen Realität anzukommen und diese zu fühlen!“ Als ich dann wieder präsent nach unten schaute, welche Bedürfnisse da noch so um mich herum lagen (das Bedürfnis „eigene Realität teilen“ hatte ich mit an den Platz genommen, um den Prozess, der da in Gang gesetzt wurde wie bei mir zu halten), ja, da war vor allen Dingen das Bedürfnis nach Sicherheit so stark. Ich habs dann ganz eng an die Realität gelegt, weil ich in diesem Prozess ganz klar innerlich eine Entscheidung getroffen hatte, mich 100%ig sicher fühlen zu wollen ab jetzt und meiner Realität, wenn das nicht der Fall ist, mir zu glauben! Und entsprechend als Erwachsene Alexandra im Hier und Jetzt zu handeln. Wenn ich meine Gefühle, wie schlimm diese auch hochkommen mögen, wirklich durch und durch fühle und durchlaufen lasse, dann kann sich der Anteil, den ich noch nicht integriert habe, endlich beruhigen bzw. auch viel klarer werden– Schritt für Schritt an die Oberfläche kommen. Es braucht Ruhe, viel Herzenskraft und Treue sich selbst gegenüber, Standhaftigkeit darin zu bleiben und nicht wegzulaufen oder zu dissoziieren und viel Barmherzigkeit mir selbst gegenüber für all die Momente, in denen ich meine Realität nicht geteilt habe, sondern mich und meine Gefühle angezweifelt oder gar als falsch abgestempelt habe. Es war ein sehr kraftvoller Moment genau diese Bedürfnisse bei mir liegen zu haben und dadurch noch klarer für mich zu werden, was es denn alles für mich braucht, um mich sicher zu fühlen, meine Realität zu teilen bzw. überhaupt zu fühlen.


Die Trauma-Flaschbacks aus der Kindheit wurden nach dem Seminar ganz schlimm, es war tiefstes Entwicklungs-Trauma, das wieder bei mir hochkam und ich erkannte für mich, dass ich dabei war, innerlich von meinem Bruder wegzugehen (Mein Bindungssystem ist hier angesprungen), der vor allen Dingen in den letzten 4 Jahren mein Fels in der Brandung/Sicherheitshafen war. Es war klar, dass ich meinem Bruder erstmals ALLES erzählen musste = meine Realität teilen aus meiner Kindheit, alle sexuellen Übergriffe, alle unerträglichen Zuviel-Momente, um ihn als sichere Person in meinem Leben weiterhin haben zu können. Ich merkte, dass der Zwischenraum immer größer wurde von mir aus zu meinem Bruder, weil, obwohl er immer an meiner Seite war, er meine Realität ja nicht kannte. Das lag u.a. daran, dass es einen Moment in der sehr toxischen Trennung meiner Eltern und ich mittendrin (mein Bruder war schon lange aus dem Haus) ich um Hilfe bat, weil ich total am Ende war und mein Bruder hier nicht zur Verfügung stand für mich und für mich damals eine Welt in diesem Moment zusammenbrach und komplett alleine mit allem war.


Meine wundervolle Coach-Frau Cornelia Hargesheimer stand mir/uns bei dem Gespräch als Begleitung zur Seite. Mein Bruder hatte keine Ahnung, um was es ging, hat sich jedoch sofort bereit erklärt und einfach nur präsent gelauscht. Das Schamgefühl, das ich in seinem Beisein beim Erzählen fühlen musste, war fast nicht zu ertragen, Cornelia hat mich da professionell durchgeleitet. Und dann gab es plötzlich eine totale Panik in mir, dass mein Bruder sich von mir wie in eine Falle gelockt fühlen könnte oder er sich von mir verraten fühlen könnte, weil es an einem bestimmten Punkt, dann auch um uns ging. Die Panik um die Kraft des möglichen Verrats war so heftig. Es war der nächste Schritt, die nächste Öffnung auf diesem qualvollen, aber klärenden Integrationsweg, in dem ich steckte. Das panische sich verraten fühlen oder in der Falle fühlen gehörte natürlich zu mir. Präsenz, ich bin da, ich lauf nicht weg, ich bagatellisiere nicht, ich höre/fühle dich – auch wenn ich es vielleicht nicht verstehe, aber ich bin da! Du bist bei mir sicher! Ich pass auf Dich auf! Du kannst jederzeit zu mir kommen! Du bist nicht zu viel! Ich bin stark für uns beide! So fühlte ich meinem Bruder an diesem Abend.


Mir sind gefühlt 10 Tonnen von den Schultern genommen worden, davon mindestens 8 Tonnen Scham.

 

Das Gefühl des Verrats war die nächste Station. Eine mir sehr wichtige Person, die ich nach langer Zeit endlich wieder traf, war die personifizierte Trigger-Bombe für mich in Bezug auf „ich fühle mich von Dir verraten!“ Mir war klar, dass dieser Mensch eine Projektionsfläche für mich war, auch wenn ich mich wirklich verraten fühlte, aber da war was ganz tief Liegendes was hochkam, was ich noch nicht greifen konnte und dieser Mensch wie die Eintrittskarte für diese Höllenfahrt darstellte. Mein Gefühl heute ist, dass ich so tief tauchen konnte, weil ich dieser Person in einem wundervoll klärenden Gespräch meine eigene Realität mit dem Gefühl des Verrats teilen konnte und dies einfach nur empfangen wurde, denn es ging auch nur darum. Es lag kein Vorwurf im Raum, nur Traurigkeit, dass ich mich so fühle mit einer mir so vertrauten Person. Der Kanal der Sicherheit, des Vertrauens in der existenten stillen Freundschaft hat hier wie den Weg geöffnet, tiefer zu gehen.


Und dann kickte mein Entwicklungstrauma in meinen Körper so ein, dass ich nicht mehr in der Lage war zu laufen, da ich eine Form von Schwindel von einem Moment auf den anderen hatte, völlig neben mir stand, oft weinte, keinerlei Sicherheit mehr fühlte, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit plötzlich, wie orientierungslos war, nicht mehr wusste wo vorne und hinten war, Brücken und Kreuzungen wurden zum blanken Horror für mich, Autofahren ging nur bis 70km/H. Meine Herzens-Freundin Sabine und mein Herzens-Freund Marc waren wieder total an meiner Seite zur Unterstützung.  Mein guter langjähriger Freund und begnadeter Physiotherapeut/Masseur Albrecht Ihrig bot mir seine Hilfe an, was in mir eine tiefe Berührung auslöste, er konnte mir durch einen intuitiven Griff wirklich den schlimmen Schwindel nehmen. Das für mich beruhigende und heilende war auch, Albrecht in unserem Austausch zu keinem Moment meine Kompetenz eine CranioSacrale Behandlung ihm zu geben in Frage gestellt habe, wenn ich zuvor bei ihm wie ein Fisch auf dem Trocknen herumgezuckt hatte. Einfach sein, im Flow sein, annehmen was ist – sich anvertrauen können.


Die letzten 5 Monate habe ich immer zwischen 2-4 Körperbehandlungen/Woche mir geben lassen, Albrechts Behandlung jede Woche, Akupunktur, Chiro, CranioSacral, Ganzkörpermassage. Ich bin selbst Trauma-Coach und habe eine fundierte Körperausbildung in diesem Bereich. Mir war klar, dass ich da an was dran muss, was ich noch nicht klar habe und ich durch die Körperarbeit die Beruhigung und Klarheit erlangen werde …


Es gab so viele Aha-Momente auf diesem Weg. Mein Chiropraktiker empfahl mir dann Kreislauftropfen, als ich die Tropfen roch, wurde mir in diesem Moment wie eine Schublade herausgezogen und ich realisierte, dass ich meine gesamte Kindheit und Jugend Schwindel- und Kreislaufprobleme hatte und diese Tropfen nehmen musste. Der Ursache auf die Spur kommen mit all den vielen Erkenntnissen auf diesem Wege.


Journaling ist für mich sehr wichtig – in den Körper gehen durch das Aufschreiben, es quasi aus dem Körper holen, viele Gespräche, meine Realität ungeschminkt teilen, Schlafen, Freundinnen treffen, barfuß im Wald spazieren gehen, immer wieder spüren, kann ich heute arbeiten oder verschiebe ich den Kundentermin. Wirklich ganz bei mir zu sein. Es gab Tage, da konnte ich nicht aus dem Haus gehen.


Ich habs geschafft, ich bin durch, wieder eine Geburt. Ich bin zwischen dem 9. Und 11. Lebensjahr von meinem Urologen sexuell mißbraucht worden (er wurde irgendwann überführt, ein Junge hat angefangen seine Realität zu teilen und seine Eltern glaubten ihm). Dass ich genau von diesem Mann mit 10,5 Jahre auch unter Vollnarkose operiert wurde, DAS war der Part, das tiefe Entwicklungstrauma, das ich hochholen musste und das tief im Körper verkapselt war und sich befreien wollte. Dieser Aspekt, des unter Betäubung ausgeliefert sein, von dem Mann operiert zu werden, der zuvor mich über einen langen Zeitraum missbraucht hatte, war das noch am GFK-Wochenende für mich nicht fühlbare, überwältigende, dissoziierende, was schon im Feld hochkam. Es kostet viel Fokus, viel Annahme, viel mit dem Moment gehen, viel Entschleunigung, viel Körper- und Traumarbeit, Freunde, die Sicherheit bieten, um das durchzuarbeiten. Die Flashbacks aus dem Krankhaus waren brutal, die Alpträume der blanke Horror. Und trotzdem wusste ich in jedem heftigen Moment, dass es sich beruhigen wird, ich muss mir nur ganz viel Wert sein und mich und mein Heilwerden in den Fokus stellen. Ein permanentes „Wo ist mein sicherer Platz im Körper? Was brauche ich jetzt?“ Ein entscheidender Punkt war u.a. der, dass ich meinen Bruder in schwierigen Momenten anrief und ihm schilderte, was in mir geschah und wie es mir geht. Dies war neu für mich, mich darin üben und zu spüren, er ist wirklich da, ich bin sicher bei ihm, ich bin nicht zu viel, und ER GLAUBT MIR! Mein Familien-Bindungssystem wurde stabil.


Natürlich habe ich einen Arztmarathon zeitgleich hinter mich gebracht bishin zum Kopf-MRT, um wirklich alles abzuchecken. Es ist alles mehr als in Ordnung in meinem Körper. Der Neurologe machte mit mir einen Test, bei dem ich in einen Panikzustand geriet. Er wollte aufgrund der Massivität des Ausbruchs, dass ich mich sofort setzte und ich meinte nur babbelnd und wirklich schüttelnd und schnell laufend durch seinen Raum „nein, das ist das letzte, was ich jetzt brauche, ich muss das jetzt rausschütteln und mich bewegen, bis sich mein Körper beruhigt/entzittert hat“ In diesem Tun hatte ich so viel Stabilität und Klarheit und er beobachtete mich einfach nur, bis es vorbei war. Sein Statement danach war „Frau Brand, Sie sind stabil in der Instabilität – das habe ich so auch noch nicht erlebt. Es scheint ein tiefes Belastungstrauma in Ihnen hochzukommen und Sie kommen da durch. Neuronal haben Sie nix, es geht jetzt darum nur die Dinge zu tun, die Ihnen guttun. Genau 3 Monate später saß ich kraftvoll vor ihm, konnte die gleiche Übung ohne Probleme durchführen und berichten, dass ich es gegriffen bekommen habe, was ich gekapselt hatte, 41 Jahre lang.


Zu erwähnen sei, dass ich am Ende auch beim Notdienst landete mit einer schon wochenlangen massiven Blasen- und Harnwegsentzündung, die ich NICHT gespürt hatte. Bei der Thematik, die mein Körper hochbrachte, macht das Sinn, denn es ging ja darum, dass ich von dem Arzt unter Vollnarkose eine Harnröhrenerweiterung bekam. Meine Mutter und alle anderen saßen draußen im Wartezimmer bei den Untersuchungen. Ich fühle heute noch die Sitzhöhe der Stühle im Wartezimmer, weiß noch genau, wie das Praxiszimmer aussah. Letzte Woche bei Albrecht hat er einen Punkt berührt, der den Moment der Betäubung bei der OP im Körper gekapselt hat. Wir haben in dem Vielen der Behandlungen so viel gelacht. „soll ich einen Helm aufziehen?“ war schon der Standardspruch von Albrecht, da mein Körper anfänglich ein so heftiges neuronales Entzittern ausagiert hat. Meine Arme schossen unkontrolliert in die Höhe, dass es manches Mal knapp war für Albrecht. Ich vertraue da meinem Körper und lasse los. Albrecht bot für mich den absolut sicheren Raum da körperlich dran zu gehen. Das habe ich gelernt und das ist auch der Raum, den ich meinen Klienten biete.


Ja, und dann kam der Newsletter vom Frankfurter Ring, dass Mikel Lizzeralde mit Achim Grathwohl nach Frankfurt kommt und sie erstmals zusammenarbeiten und ich wusste intuitiv, dass ich dahin gehen muss. Mikel ist das Medium, durch den vor 3,5 Jahren mein Vater sich meldete mit der Info, dass der Mann an meiner Seite, mich betrügen und belügen würde. Ich durfte an diesem Wochenende in ein Heilungsfeld eintauchen, dass kaum zu beschreiben ist. Diese zwei Männer haben Unglaubliches vollbracht. Danach war das Schwindelnde ganz weg, ich konnte wieder Autofahren, alleine im Wald spazieren, durfte das Trauma dort auf einer anderen Ebene noch einmal loslassen aus meinem Körper/Geist/Seele ...


Warum teile ich das? Weil ich Euch Mut machen möchte, dranzubleiben, auch wenn es so dunkel erscheint und kein Licht am Horizont gefühlt zu sehen ist. In den eigenen Körper von Moment zu Moment zu spüren, wirklich genau zu hören, was jetzt als nächstes dran ist, wo ich mich sicher fühle, wer jetzt helfen könnte, was ich brauche. Bzw. überhaupt den Schritt zu wagen in Verbindung zu gehen mit einem Thema/Trauma oder gar einer tiefen Erschöpfung, einen dauerhaften Körpersymptom einem permanente z.B. Angst-Gefühl. Es ist Zeitintensiv, ja, es kostet Kraft und Fokus ja, es kostet auch Geld, ja, es verlangt nach Entschleunigung, ja,… aber am Ende bzw. auf dem Weg kommst Du immer mehr bei Dir an. Es lohnt sich. Der Hilfe-Anker, die Ressource/der gute Platz im Körper ist wichtig dabei an Bord zu haben! Und am Ende bist du wieder ein Stück verwandelter und mehr Du selbst.


WENN TRAUMA EINKICKT BZW. WIRKT IST ES WICHTIG DEN KÖRPER UND DAS GEFÜHL MIT AN BORD ZU NEHMEN, DENN VON DORT AUS GESCHIEHT DIE VERWANDLUNG. DANN KANNST DU DEN ANTEIL/DIE VERSION VON DIR ZU DIR ZURÜCKNEHMEN, ÜBER DIE MENSCHEN ODER EREIGNISSE BISHER NOCH MACHT HATTEN.


Ich schließe mich den Worten von Gerald Hüther an „Was das Ectyson bei den Raupen in Gang setzt, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln, wird bei uns Menschen, wenn wir erwachsen geworden sind, durch etwas ausgelöst, das wir „Innere Berührung“ nennen. Die eigentliche innere Verwandlung ist also gar nicht zu schwer. Schwer fällt es vielen Menschen nur, wieder mit sich selbst, mit dem, was sie oder er bisher so tapfer und oft auch sehr lange in sich selbst unterdrückt hatte, in Kontakt zu kommen. Ich wäre ja nicht so mutig und würde das hier auch nicht so offen darstellen, wenn ich nicht erlebt hätte, dass es möglich ist, so einen inneren Verwandlungsprozess nicht nur selbst zu durchlaufen, sondern ihn auch in anderen Menschen anzustoßen.“


Und den Worten von Gabor Maté „Heilung bedeutet, ganz zu werden und alle Teile zu integrieren und all diese Aspekte von dir selbst zu erkennen, die du verabscheut, gehasst, verdrängt und abgelehnt hast und vor denen du wegzulaufen versuchst. Es ist die Rückkehr zu Deinem authentischen Selbst, das nie verschwunden ist, aber Du hast den Kontakt zu Dir verloren. Wenn Trauma ein Verlust der Verbindung zu sich selbst ist, dann ist Heilung die Wiederherstellung der Verbindung zu sich selbst. Wenn du feststellst, dass Dinge, die dich früher getriggert haben, dich nicht mehr so aufregen, oder wenn du dich aufregst und du viel schneller darüber hinwegkommst - wenn die Vergangenheit beginnt, ihren Griff über deine Gegenwart zu lockern!“

 

Und um mit GFK auch zu enden: Feiern und Bedauern. Neben jedem Bedauern gibt es auch etwas zu feiern und umgekehrt. Immer.

Ich feiere mich, wie ich dadurch bin und wieviel Hilfe ich erhalten und angenommen habe.

Ich bedauere, dass ich als Kind so alleine damit war und meine Realität nicht teilen konnte.

Ich feiere mich, dass ich den Mut habe, heute hier meine eigene Realität zu teilen und für den sicheren ehrlichen Raum zur inneren Verwandlung, den ich meinen Klienten biete.

 

Alexandra Brand, 31. August 2023

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KAE SCHUCH – 40 Frauen über 40! Sich sichtbar machen…. Mich ganz zu zeigen…. …. Und dadurch wie eine Anschlussnahme an ein Feld der Neufindung, der Stabilisierung, der Klärung und Kräftigung…. … aus meiner Komfortzone treten vor die Kamera…. … ein Abschluss oder eher eine Integration dessen was war, ein zur Ruhe kommen … … am 24.8.2021 ganz bewusst das Fotoshooting Datum gewählt und mich bewusst eingeladen von da an Schritt für Schritt als 50jährige Frau in meine 2. Lebenshälfte einzutreten. „ Wenn die Zwischenräume wegfallen und die Authentizität zum Vorschein kommt, das berührt und schafft einen Raum der heilsamen Begegnungen.“ Das hat KAE in dieser Zeit bereitet, einen sicheren Raum, in dem ich mich ganz zeigen konnte und wir beide durften uns an diesem Tag in unserer Ganzheit begegnen. KAE hatte zu Anfang schon sehr schnell gemerkt, dass ich den Augenkontakt brauche, um mich fallen lassen zu können, um mich sicher zu fühlen und positionierte entsprechend die Kamera direkt neben ihrem Gesicht und bot mir somit ihre Augen an, um in Verbindung zu sein und so einen freien Zwischenraum der Begegnung zwischen uns zu anzubieten. Oh, da kam ein Schamgefühl hoch als der Zwischenraum frei war und KAEs schöne Augen auf mir ruhten, viel Lachen und Natürlichkeit kam aus mir herausgesprudelt und die Reise konnte beginnen, hatte KAE mit ihrer achtsamen Art und Weise ganz sanft mich in ihren sicheren, vertrauenswürdigen Raum eingeladen, der dann auch zu meinem sicheren Raum wurde. Es war spannend, wie es mir ging, als ich die ersten Fotos angeschaut hatte… „nee, das bin nicht ich!“ „hier stimmt was nicht…“ „ich erkenne mich auf den Fotos nicht wieder!“ Es war die viele Schminke in meinem Gesicht, denn bei einem Fotoshooting soll man ja mehr Schminken, denn am Ende wirkt es nicht übergeschminkt auf den Fotos …. Wir haben die Schminke wieder abgewischt! Für mich fühlte es sich innerlich an wie „ich brauche auch keine Maske aufzusetzen … ich bin so wie ich bin… ungeschminkt… blank… roh, pur, einfach nur sein… - so will ich mich natürlich auf den Fotos zeigen.“ „Und darum geht es bei meiner Arbeit - ich helfe den Menschen sich ungeschminkt, ohne Zwischenraum selbst zu begegnen und in den Spiegel zu schauen, mit sich selbst in Verbindung zu gehen und dabei an die eigene Ressource, die eigene Kraft, die eigene Klarheit im Weitergehen Anschluss zu nehmen.“ …und dies durfte ich bei KAE an diesem Tag mit dem Fotoshooting „40 Frauen über 40“. In dem Eingangsvideo zum Projekt sage ich, dass wahrscheinlich ab einem bestimmten Zeitpunkt die verletzliche Alexandra zum Vorschein kommen wird, die Frau, die sich bis auf die Knochen häuten musste und tief traumatisiert ist. Es gab eine Zeit, in der ich ohne eine bestimmte Mütze auf dem Kopf nicht mehr meinen Körper spüren konnte, weil alles zu viel war – das Trauma und das was alltäglich damit einherging zu groß war in diesem Moment. Diese Mütze war ein Anker, um im Hier und Jetzt zu bleiben, wie eine Schutzhaube in alldem Chaos, eine Hülle, die mich zusammenhielt, eine Grenze/Begrenzung, dass ich mich nicht auflöste. Ich bin mir ihr schlafen gegangen. In meinem tiefsten Tiefpunkt, in den 2,5 Tagen, wo ich körperlich total zusammengebrochen bin und noch nicht einmal mehr laufen konnte, war diese tannengrüne Wollmütze mein einziger Halt wenn ich alleine war. Oft habe ich mit den Händen nach ihr gegriffen, um zu spüren, ob sie denn noch da ist. Ich hatte den Wunsch auch ein tolles Foto mit der Mütze zu machen, wie als Dankeschön und Wertschätzung an sie. Wir waren im Grunde fertig mit dem Shooting: Pullibilder, Meditations-/Tanzbilder, weibliche Federbilder. Das Bild, in dem ich meine Füße anfasse, ist die letzte Position gewesen…. „…ah, wir wollten doch noch ein Bild mit der Mütze machen…!“ Ich bleibe sitzen, die Praktikantin holt die Mütze, ich setze die Mütze auf und BÄHM… in sekundenschnelle wurde ich in den traumatisierenden, erschütternden, Gefühlszustand der vorangegangenen 20 Monate hineingesogen. Es ist einfach passiert. Es war nicht geplant. KAE meinte nur „soll ich draufhalten?“ und ich konnte „Ja“ sagen, weil ich mich mit ihr sicher fühlte. KAE hat diese Fotoreihe daraus gemacht und wann immer ich die Fotos sehe, bin ich tief mit mir verbunden, mit meiner Stärke, meinem Sein, meine Authentizität, meiner Ehrlichkeit. KAE hat mir zum Schutz – das war ihr tiefstes Bedürfnis als Fotografin als sie mich so erlebte – einen naturfarbenen Tüll oben um den schwarzen Overall gebunden. Ich kann nicht in Worte fassen, was das mit mir als Frau gemacht hat. Ich habe mich in diesem Moment von KAE so beschützt und eingehüllt und gesehen gefühlt und die Qualität der ehrlichen, unterstützenden „Sisterhood“ einfach nur genossen. Es liegen keine 3 Minuten zwischen den tollen weiblichen Powerfotos und dieser Fotoreihe! Das hat KAE mit ihrem Projekt vielen wundervollen Frauen eröffnet. Und plötzlich wurde daraus ein Herzensprojekt mit Vernissage, Buch, eigener Facebook-Gruppe. Wir Frauen haben unsere ganz persönliche Heldinnenreise durch die Bilder gewürdigt, haben uns sichtbar gemacht, uns Wertschätzung gegeben. Wir alle hatten wie einen Sog zu diesem Projekt „40 Frauen über 40“ an einem bestimmten Punkt gefühlt und sind uns selbst, dem Frausein, der Gemeinschaft des Projekts näher gekommen. In der letzten Zeit höre ich oft von meinen Kunden – ob jung oder alt, Mann oder Frau – „ich bin so dankbar, dass ich bei dir hier den Raum habe mich ganz zu zeigen“, „ich kann nur bei dir so offen und ehrlich mich zeigen“, „es tut so gut den Raum zu haben, um meine Gefühle zu spüren und zu zeigen“. Eine der am häufigsten übersehenen spirituellen Praktiken ist es, sich zu trauen, absolut ehrlich in jeder Begegnung zu sein. Einige mögen sagen, andere könnten mit ihrer Ehrlichkeit nicht umgehen, aber wahre Ehrlichkeit ist keine Strategie oder irgendeine Waffe. Es ist die Bereitschaft, offen und absolut transparent mitzuteilen, wie sich jeder Moment in deinem Herzen anfühlt. Es hat nichts mit Konfrontation, Anklage oder irgendeiner Form von Schuldzuweisung zu tun. Wahre Ehrlichkeit ist die Bereitschaft, sich völlig bloßzustellen und der Welt zu erlauben, zu tun und zu sagen, was sie will, nur so wirst Du wissen, wer Du bist – jenseits aller Vorstellungen. Ich lade Euch ein, Begegnung ohne Zwischenräume und ohne Maske zu leben. Euch verletzlich zu zeigen. Es bringt Klarheit, so viel Kraft, innere Ruhe – für mich ist es ein Eintauchen in die Gnade, die Demut und das Mitgefühl – wir fühlen über die Herzen, sind verbunden, ein ehrliches Sein und Miteinander. Hier der Link zum Projekt: https://kaeschuch.de/blog/2022/04/01/das-40-ueber-40-projekt-kunstprojekt-fotografie-ausstellung-kunstbuch-bildband/ DANKE KAE!
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